Wo kommen die vielen Millionen her?
Unwissenheit oder Absicht?
Neuerdings scheint unsere Gemeinde im Geld zu schwimmen – zumindest laut einer sensationellen „Berechnung“, die gerade die Runde macht. Es ist schon erstaunlich, wie plötzlich „hohe Finanzmittel“ unserer Gemeinde entdeckt werden. Der Trick dahinter ist simpel – man addiert einfach Dinge, die man nicht addieren darf.
Reich gerechnet – aber leider falsch.
Wer die Doppik auch nur etwas versteht, weiß: der Ergebnishaushalt zeigt Erträge und Aufwendungen. Der Finanzhaushalt zeigt Ein- und Auszahlungen. Das sind zwei unterschiedliche Ebenen. Wer beides addiert, vermischt Erfolg und Liquidität – und produziert eine Zahl ohne jede haushaltsrechtliche Aussagekraft.
Wenn 2 + 2 plötzlich 8 ergibt…
Wie kommt man zu diesen märchenhaften Beträgen? Ganz einfach: Man nehme die Kontenstände aus dem Ergebnishaushalt und addiere sie fröhlich zu denen aus dem Finanzhaushalt. Voilà – fertig ist das Haushaltswunder!
Dass man damit aber Äpfel und Schraubenschlüssel zusammenzählt, scheint Nebensache zu sein.
Wenn Mathematik zur Meinungssache wird…
Leider hat die Doppik das Memo mit der neuen Berechnungsmethodik nicht bekommen. Denn dort gilt tatsächlich noch so etwas wie Systematik. Beim Verfasser der neuen Berechnungsmethoden fehlt das Basiswissen über kommunale Haushaltsführung – oder es wurde bewusst eine große Zahl konstruiert, um eine politische Botschaft zu erzeugen. Bleiben wir bei Fakten statt Zahlentricks.